Die Preisträgerinnen und Preisträger mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner sowie Ehrengästen und Vertrerinnen und Vertreter des DVPB-Landesverbands im Lesesaal des Maximilianeums
Foto: Matthias Balk Bildarchiv Bayerischer Landtag
Schirmherrin Ilse Aigner bei der Verleihung des DVPB-Abiturpreises:
„Die Arbeiten machen mir Mut.“
2026
Landtagspräsidentin Ilse Aigner hat im Landtag fünf Seminararbeiten ausgezeichnet. Die Schülerinnen und Schüler haben sich in ihren wissenschaftspropädeutischen Seminaren in hervorragender Weise mit aktuellen Themen aus den Bereichen Politik und Gesellschaft beschäftigt. Eine Jury, besetzt mit fachkundigen DVPB-Mitgliedern, erachtete sie in einem mehrstufigen Verfahren als preiswürdig. Eingereicht waren 100 Arbeiten aus ganz Bayern, der Preis war heuer zum siebten Mal ausgelobt worden.
Die Schirmherrin Ilse Aigner begrüßte – auch im Namen ihres ebenfalls anwesenden Stellvertreters Tobias Reiß MdL – die Gäste, unter ihnen Ministerialdirigent Dr. Wolfgang Mutter, der kurzfristig für Kultusministerin Anna Stolz eingesprungen war. Sie besuchte zur gleichen Zeit das von einem Amoklauf betroffene Gymnasium in Schongau. Ferner begrüßte sie Frau Prof. Dr. Ursula Münch als Präsidentin der Akademie für politische Bildung Tutzing, den Vorsitzenden der Heinz-und Sibylle-Laufer-Stiftung Prof. Dr. Klaus Goetz, die Eltern und Lehrkräfte und schließlich und ganz besonders die Preisträgerinnen und Preisträger.
„Die Arbeiten der Preisträgerinnen und Preisträger machen mir Mut.“ So eröffnete die Landtagspräsidentin ihre Würdigung. „Sie zeugen von demokratischem Bewusstsein, das unser Gemeinwesen stärker macht. Was andere abschreckt, hat Sie motiviert. Das imponiert mir sehr. Sie zeigen Haltung. Davon lebt unsere Demokratie.“ Für die verhinderte Kultusministerin Anna Stolz sprach Ministerialdirigent Dr. Wolfgang Mutter. Er betonte die Schlüsselrolle der Schulen beim Aufbau von politischer Urteilsbildung. Es gelte die Fähigkeit zur Reflexion zu entwickeln und zwischen Streitkultur und Shitstorm unterscheiden zulernen. Kurz ging er auf die Schwerpunkte der fünf nominierten Arbeiten ein, gratulierte im Namen der Ministerin und dankte u. a. den beteiligten Lehrkräften und Schulleitungen.
Prof. Dr. Klaus Goetz von der Heinz-und Sibylle-Laufer-Stiftung, die jedes Jahr die Geldpreise stiftet, stellte kurz die Stiftung vor. Sie unterstütze Studierende und Forschende der Politikwissenschaft. Insofern sei die Stiftung von Anfang an gerne bereit gewesen, auch diesen Wettbewerb des DVPB-Landesverbands mitzutragen. Er würde sich freuen, wenn der eine oder die andere Schülerin ihren Weg zu den Politischen Wissenschaften fände und gratulierte den Autorinnen und Autoren.
Der Vorsitzende des DVPB-Landesverbands Bayern, Prof. Dr. Stefan Rappenglück, begann mit einem Dank an die Schirmherrin Ilse Aigner für die Gastfreundschaft zu diesem Anlass. Er gratulierte Frau Prof. Dr. Ursula Münch zur Verleihung des Bayerischen Verdienstordens und dankte ihr für die in Aussicht gestellten Gutscheine, Herrn Prof. Dr. Klaus Goetz für die Geldpreise sowie Frau Anja Sieber vom Landtagsamt für die umfangreiche Organisation der Veranstaltung. Er gab seiner Freude Ausdruck über die Anwesenheit des Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Wertebündnis Bayern Max Schmidt sowie der stellvertretenden Vorsitzenden des Bundesverbands der Deutschen Vereingung für politische Bildung Frau Prof. Andrea Szukala.
Die politische Bildung an den Schulen stehe und falle, so der Vorsitzende, mit dem Engagement der Lehrerinnen und Lehrern: „Daher möchte ich auch sehr herzlich den Kursleiterinnen und Kursleitern für ihre Arbeit bei der Betreuung der Seminare danken und freue mich, dass einige von ihnen wie auch einige Schulleitungen anwesend sind. Aus etlichen Rückmeldungen wissen wir, dass der Preis sehr gut ankommt und geschätzt wird.“
Er bedankte sich sehr herzlich für die Arbeit der DVPB-Jury, die die Bewertung der Arbeiten ehrenamtlich übernommen hatte. Das dreistufige Filterverfahren wird von 18 erfahrenen aktiven und ehemaligen Gymnasiallehrkräften und Hochschulleuten durchgeführt. Stellvertretend für alle Beteiligten nannte er die Namen Uta Lechner, Sonja Zimmermann und Friedrich Wölfl.
Nach einem kurzen Rückblick auf Entstehung und Entwicklung des Abiturpreises skizzierte er einige aktuelle Tendenzen: So wäre bei den Einreichungen deutlich geworden, dass sich viele Seminare und Arbeiten mit den äußeren und inneren Gefährdungen und Gefahren für die Demokratie befasst haben. Er betrachte das als deutliches Signal dafür, dass sich Lehrkräfte wie auch viele junge Leute der Brisanz der gegenärtigen Lage bewussst sind und sich zur eigenen Zukunft Gedanken und Sorgen machen. Er fuhr fort: „Unsere bisherigen Kriterien in der Ausschreibung haben sich bewährt, so etwa die Orientierung an aktuellen politischen Problemen, der Gegenwartsbezug, eine multiperspektive Vorgehensweise und die überzeugende Formulierung eines plausiblen Ergebnisses. Der mögliche Einsatz von KI-Tools gibt einem der Kriterien einen zusätzlichen Stellenwert: der Anteil von Eigenaktivität im Verhältnis zur Quellenarbeit. Die mögliche und auch erwünschte Nutzung von KI-Tools erschwere neuerdings das Ranking: „Um aus der Vielzahl von sehr soliden und ausgezeichneten Arbeiten die exzellentesten herauszufiltern, haben wir uns zunehmend auf Arbeiten fokussiert, die gut erkennbare und qualifizierte Eigentätigkeit/Eigeninitiative aufweisen. Dies ist auch bei den Arbeiten der heurigen Preisträgerinnen und Preisträgern zu erkennen. Diese Fokussierung hilft, der individuellen Leistung gerecht zu werden. Die Facetten des KI-Einsatzes werden allerdings immer unübersichtlicher, auch wenn in den Arbeiten angegeben wird, zu welchem Zweck und in welchen Abschnitten mit welchem Ergebnis welche KI-Tools eingesetzt wurden. Im Vorteil sind dann alle Arbeiten, die über Literaturrecherchen und Beschreibungen hinaus die Fähigkeiten zur vertiefenden und kritischen selbsttätigen Analyse erkennen lassen.“
Prof. Dr. Rappenglück würdigte anschließend die Arbeiten in alphabetischer Reihenfolge der Autorinnen und Autoren:
Frau Paula Büchl vom Gymnasium Höchstadt an der Aisch hatte sich dieser Frage angenommen: Thematische Annäherung etablierter Parteien an Rechtsaußenparteien am Beispiel der Union und der AfD
Die Arbeit ist geprägt von einer klaren Problemorientierung: Wie sollen sich Parteien gegenüber der AFD verhalten/positionieren und welche Folgen hat eine Übernahme der Themen wie Migration durch demokratische Parteien? Die Thematik ist sehr aktuell und von außerordentlich hoher Relevanz. Zunächst erfolgt eine programmatische Einordnung der Parteien CDU/CSU und AfD als theoretische Grundlage. Danach wird die inhaltliche Annäherung der Union in der Migrationsdebatte an die AfD anhand des Entschließungsantrags „Fünf-Punkte-Plan“ aus dem Januar 2025 untersucht. Frau Büchl schließt aus ihrer Analyse auf eine thematische Annäherung an rechte Positionen und sieht eine problematische Entwicklung. Abschließend werden mögliche Lösungsansätze zur Schwächung von Rechtsaußenparteien entwickelt. Die Arbeit lehnt sich damit an aktuelle Studien an, die diese Strategie ähnlich problematisch einschätzen, würde sie in der Praxis auch parteitaktisch nicht zu einem Gewinn für die Union führen. Die Arbeit überzeugt durch eine sehr präzise gedankliche und sprachliche Bearbeitung des schwierigen und rasch emotionalen Themas unter Verwendung zahlreicher belastbarer Quellen. Die Autorin dokumentiert gut nachvollziehbar den begrenzten und sinnvollen Einsatz von KI. Die Analyse des sog. „Fünf-Punkte-Plans“ weist ein hohes Maß an der geforderten Eigenaktivität auf. Überzeugend auch die bewiesene Urteilsfähigkeit: Die schwierige Positionierung und das ambivalente Verhalten der Union im Wettbewerb gegen die AFD wird differenziert betrachtet und abschließend wissenschaftlich gestützt beurteilt.
Die Rolle und Absicherung von Verfassungsgerichten hat sich Noah Flämig vom Christoph-Probst-Gymnasium Gilching als Thema vorgenommen.
Ausgehend von den Entwicklungen in Polen während und nach der PiS (Recht und Gerechtigkeit) zeigt der Autor auf, wie schwierig es für rechtsstaatlich gesinnte Politiker*innen nach ihrer Regierungsübernahme ist, Verfassungsgerichte wieder zu stärken. Welche Lehren westliche Demokratien aus dem Vorgehen extremer politischer Kräfte ziehen können, stellt die Arbeit am Beispiel Deutschlands dar, wo bereits 2024 Konsequenzen gezogen wurden und der Schutz des Bundesverfassungsgerichts gestärkt wurde. Die Arbeit untersucht auch, welche Möglichkeiten die EU hat, solchen disruptiven Veränderungen entgegenzuwirken. Folgende Fragen werden diskutiert: Wie tragen Verfassungsgerichte zum Schutz der liberalen Demokratie bei? Auf welche Weisen sind Verfassungsgerichte angreifbar? Und wie lassen sich solche Eingriffe verhindern bzw. wie kann ihnen entgegengewirkt werden?
Zur Beantwortung dieser Fragen hat der Autor u. a. die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger interviewt. Daneben hat der Autor den promovierten Rechtswissenschaftler Max Behrend befragt. Zusätzlich hat Herr Flämig umfangreiche Fachliteratur herangezogen, u. a. vom ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes, Prof. Dr. Andreas Voßkuhle. Die Ergebnisse aus den Interviews und Unterlagen sind klug in die Arbeit eingearbeitet. Diese gut geleistete Eigenarbeit ist ein Qualitätsmerkmal der Arbeit. Die Jury lobt die interessante Herangehens- und sorgfältige Arbeitsweise einschließlich der differenzierten und deswegen ergiebigen Fragen in den Interviews. Auch das Fazit überzeugt mit dem Hinweis auf die Bedeutung einer engagierten Zivilgesellschaft, in der der zentrale Status des Rechtssystems stabil verankert sein muss. In Erinnerung bleibt zudem die Warnung der ehemaligen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, dass man „eine Demokratie schleichend verändern [kann], ohne dass dieser Prozess gleich vom Verfassungsgericht gestoppt werden könnte“.
Mit der Demokratieförderung an der eigenen Schule hat sich Sarah Müller vom Simpert-Kraemer-Gymnasium in Krumbach beschäftigt. Sie stellte sich die Frage: Wie werden demokratische Werte am Simpert-Kraemer-Gymnasium gefördert?
Die Autorin beleuchtet zunächst die verschiedenen Vorgaben des bayerischen Kultusministeriums für die politische Bildung an der Schule, stellt Möglichkeiten zur Vermittlung demokratischer Werte vor und analysiert mithilfe von selbst entworfenen Umfragen und Interviews die Umsetzung an ihrer eigenen Schule. Schließlich schlägt sie Möglichkeiten zur Erweiterung der demokratischen Bildung vor.
Auf Grundlage der qualitativen Daten wird ein repräsentatives Abbild der Realität erzeugt, aus dem sich Tendenzen hinsichtlich der Bedeutung der politischen Bildung an ihrer Schule und ihres Beitrags zur Förderung demokratischer Kompetenzen bei jungen Menschen ableiten lassen. Frau Müller beschreibt das Pflichtprogrmm der Schulen im Bereich der politischen Bildung, auch die fächerübergreifenden Vorgaben. Die Verfassungsviertelstunde ist eine zusätzliche Chance, um die Schüler näher an die Demokratie heranzuführen. Ihr Gymnasium gehe über das obligatorische Angebot an demokratischer Bildung hinaus. Die Umfrage bei den Schülern lässt deren Wünsche erkennen: Knapp 50% fühlen sich noch nicht gut über Demokratie informiert. Wichtig ist ihnen, dass die Meinungsfreiheit im Unterricht mehr Gewicht erhält, da sie sich teilweise nicht gehört fühlen. Zudem empfinden sie ihr eigenes Mitbestimmungsrecht im Unterricht und für die Schulgestaltung als zu gering. Hierfür könnten die Lehrkräfte mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten in ihren Unterricht einbauen. Auch Wahlen wie die Juniorwahlen werden von über 90% der Schüler gewünscht. Die Arbeit sieht andererseits den begrenzten Handlungsspielraum der Schule: Fehlende Zeit scheint eine der Ursache zu sein. Hier sollte, so die Autorin, das Kultusmministerium mehr Spielräume eröffnen.
Der Jury gefiel besonders das originelle Thema und die eigenständige Herangehensweise. Die Untersuchung macht einen in sich stimmigen und „runden“ Eindruck. Die Verfasserin fasst die grundsätzlichen Ziele und Methoden der Demokratiepädagogik gut zusammen. Die Befragungen deckten auch couragiert Spannungsfelder an der Schule auf: Wie steht es um die Meinungsfreiheit? Reicht der normale Unterricht, um ausreichend Basisinformationen zu vermitteln. Wo lassen sich noch Diskussions- und Partizipationsräume an der Schule erweitern?
Der Laudator ergänzt. Wer immer sich mit politischer Bildung und Demokratieförderung an der Schule befasst: Ein Blick in diese Arbeit, ihre Methodik und die Ergebnisse lohnt sich. Sie könnte Ansporn für Schulleitungen und Fachschaften sein, die Situation an der eigenen Schule in ähnlicher Weise zu durchleuchten und geeignete Schlüsse zu ziehen.
Die Arbeit von Frau Carolin Ruppert vom Dr. Johanna-Decker-Gymnasium Amberg der Schulstiftung der Diözese Regensburg befasst sich mit Russischer Propaganda durch Fake News.
Um die russische Medieninszenierung besser zu verstehen, beschäftigt sich diese Arbeit insbesondere mit folgenden drei Fragen: Welche Prinzipien der Kriegspropaganda werden angewandt? Unter welchen Bedingungen können Journalisten in Russland berichten? Inwiefern ist russische Propaganda auch in Deutschland präsent?
Nach einer Definition von Propaganda und Fake News analysiert Frau Ruppert Putins Informationskrieg und die Prinzipien seiner Kriegspropaganda. Einen größeren Raum stellt die Darstellung der Rahmenbedingungen für die journalistische Berichterstattung sowie die Plattformen der Propaganda dar, u. a. mit der Rolle des Staatsfernsehens und der von Sozialen Netzwerken – wird doch der Russland-Ukraine-Konflikt als der erste „Tik-Tok-Krieg der Geschichte“ wahrgenommen.
Die Autorin beschäftigt sich sehr eindringlich mit der russischen Propaganda in Deutschland und der Bedeutung Deutschlands für Moskau, u. a. durch die AfD. Am Beispiel von Alina Lipp – bis 2021 engagiert bei Bündnis 90/die Grünen und nun in der russisch besetzten Region Donez lebend – problematisiert die Autorin die Rolle von pro-russischen Desinfomationskampagnen.
In ihren Schlussgedanken beschäftigt sich die Autorin mit der Frage der Glaubwürdigkeit von Propaganda in Russland. Das von der Autorin durchgeführte Telefon-Interview mit Gesine Dornblüth, Journalistin vom Deutschlandfunk, fördert aktuelle Einblicke in die Medienlandschaft in Russland zutage. Die Journalistin ist der Meinung, die Bürgerinnen und Bürger wüssten, dass die Staatsmedien von Propaganda gesteuert sind. Es ist ihnen jedoch egal. Dornblüth meint, dass „die Menschen [nicht daran glauben], dass es Fakten und Wahrheiten gibt. Sie sind der Meinung, dass alle lügen und versuchen ihre eigene Sache zu machen”. Das wiederum „führt zu einer unglaublichen Passivität und Antipathie.“
Pluspunkte der Arbeit sind die historischen Bezüge und die multiperspektivischen Zugänge zur Problematik der Medienaktivitäten Russlands. Dazu kommen die klare Strukturierung wie auch der hohe Anteil an Eigenaktivität.
Tuschak Simon vom Camerloher-Gymnasium Freising untersuchte die Wahlkampfstrategien von AfD und FPÖ.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den jeweiligen rhetorischen und inhaltlichen Strategien mit dem Ziel noch unentschlossene Wähler zu mobilisieren und etablierte Wähler zu binden. AfD und FPÖ wurden für die Arbeit ausgewählt, da sie in der Politik ihres Landes durch ihre Wahlerfolge eine zentrale Rolle spielen.
Hervorzuheben ist die Analyse mit ausgewähltem Wahlkampfmaterial, darunter Plakate, Programme und Wahlwerbespots. Aufschlussreich ist das vergleichende Fazit. Als Strategien herausgearbeitet wurden, hier in Kurzform: Betrug am Volk, Rhetorik der Angst, einfache Lösungen, bessere Vergangenheit, kriminelle Ausländer, Fürsprecher des Volkes, Freund-Feind-Schemata und Kollektivierung und Abwertung von Parteien Diese Strategien treten sowohl alleine, zumeist aber verschränkt in Kombination innerhalb eines Plakats, Wahlwerbespots oder Programms auf. Am häufigsten wurde in den untersuchten Medien die Strategie “Rhetorik der Angst” verwendet. Am zweithäufigsten wurde die Strategie “Betrug am Volk” eingesetzt, etwas öfter bei der AfD. Die Strategie „Fürsprecher des Volkes“ wird von der FPÖ bevorzugt, auch in Verbindung mit der Selbstbezeichnung Herbert Kickls als „Volkskanzler“. Die wiederholte Erzählung vom Betrug am Volk funktioniert besonders gut durch die generelle Rhetorik der Angst, die vor kriminellen Ausländern warnt. Wiederholt erscheint die Grundannahme des Rechtspopulismus von einer antagonistischen Beziehung zwischen dem wahren und guten Volk und den bösen und korrupten Eliten, wobei alle „Fremden“ als Feindbild dienen.
Auch hier war die Jury vom hohen Anteil an Eigenaktivität beeindruckt wie auch von der klugen Auswahl des Materials. Die aus der Sekundärliteratur erarbeiteten Analysekriterien werden sinnvoll angewendet, Untersuchungsergebnisse plausibel zusammengefasst.
Landtagspräsidentin Ilse Aigner überreichte anschließend die Urkunden und gratulierte zu den Erfolgen. Der Vorsitzende übergab die nach Platzierung (siehe unten) abgestuften Geldbetrage (1 x 300 €, 1 x 200 €, 3 x 100 €), Frau Prof. Dr. Münch die Gutscheine der Akademie Tutzing. Die Veranstaltung klang bei einem Imbiss aus, zu dem die Landtagspräsidentin geladen hatte.
Die Preisträgerinnen und Preisträger v. l. n. r.: Paula Büchl, Sarah Müller, Carolin Ruppert, Noah Flämig, Simon Tuschak
Foto: Matthias Balk Bildarchiv Bayerischer Landtag
Die Preisträgerinnen und Preisträger und ihre Arbeiten :
- Preis: Noah Flämig (Christoph-Probst-Gymnasium Gilching) Rolle und Absicherung von Verfassungsgerichten
- Preis: Simon Tuschak (Camerloher-Gymnasium Freising) Die Wahlkampfstrategien von AfD und FPÖ
- Preis: Paula Büchl (Gymnaasium Höchstadt an der Aisch) Thematische Annäherung etablierter Parteien an Rechtsaußenparteien am Beispiel der Union und der AfD
Carolin Ruppert (Dr. Johanna-Decker-Gymnasium Amberg) Russische Propaganda durch Fake News
Sonderpreis Politische Bildung: Sarah Müller (Simpert-Kraemer-Gymnasium Krumbach) Wie werden demokratiscche Werte am Simpert-Kraemer-Gymnasium gefördert?
Prof. Dr. Stefan Rappenglück/Friedrich Wölfl
Weitere Bilder der Veranstaltung:
Verleihung der Abiturpreise für Politik und Gesellschaft der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung am 9. Juli 2026 im Bayerischen Landtag.
Bildarchiv Bayerischer Landtag, Fotos Matthias Balk







